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Fisch des Jahres 2018 - Der dreistachlige Stichling

Der dreistachlige Stichling gehört zu den bekanntesten heimischen Fischarten in Deutschland. Sein außergewöhnliches Brutverhalten und die jährliche Laichwanderung, machen den nur fünf bis elf Zentimeter großen Bewohner unserer Flüsse einzigartig. Der Stichling gehört zu den Barschartigen Fischen und ist in unseren Gewässern meist im Schwarm anzutreffen, wie beispielsweise auch in der Schwippe in Dagersheim. Durch seinen verhältnismäßig hohen Rücken unterscheidet sich der dreistachlige Stichling von anderen Stichlingsarten wie dem Schwarzfleckenstichling, Seestichling oder dem neunstachligen Stichling. Die Ausprägung seines hohen Rückens ist jedoch stark vom Habitat des einzelnen Fisches abhängig. Anstelle des Schuppenkleides trägt der Stichling Knochenplatten am Körper, welche sich wie Dachziegel überlappen. Das namensprägende Merkmal trägt der dreistachlige Stichling in Form von drei Stacheln, die seinen Rücken zieren. Mit seinem kurzen Körperbau von acht bis elf Zentimetern ist er einer der kleinsten Bewohner unserer Gewässer, jedoch erreichen einzelne Exemplare ein stolzes Alter von bis zu acht Jahren. Die silberfarbene Färbung mir schwarzer Marmorierung lässt den Fisch im Sonnenlicht schillern und man kann den Stichling sehr gut im Wasser entdecken.
Es wird beim dreistachligen Stichling zwischen drei verschiedenen Formen unterschieden. Sie unterscheiden sich durch die Variation der Knochenbeplattung. Die Körperflanke vom Kiemendeckel bis zum Schwanzstil ist bei der forma trachurus mit rund 29 bis 35 Knochenplatten bestückt. Die Forma semiarmatus unterscheidet sich durch ihre unvollständig beplatteten Körper. Die letzte Form, forma leiurus, zeigt mit vier bis zehn Knochenplatten die geringste Beplattung.
Mit der Wahl zum Fisch des Jahres 2018 möchte der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) ein besonderes Augenmerk auf den Kleinfisch lenken. Die Verbände präsentieren mit dem dreistachligen Stichling einen der kleinsten Bewohner unseres heimischen Süßwassers. Er kommt in den küstennahen Gewässern bis hin zum Alpenraum vor. Der dreistachlige Stichling wird in zwei Kategorien unterteilt. Die eine Form bleibt stationär an einem Ort im Gewässer; die andere Form wandert von ihrem küstennahen Lebensraum in die Unterläufe der Flüsse um zu laichen. Vermehrt findet man die dreistachligen Stichlinge im Salzwasser an ufernahen Unterwasserpflanzen. In Binnengewässern sind sie häufig in den Flachwasserzonen der Seen und langsamen sonnenwarmen Fließgewässern anzutreffen.
Der Schwarmfisch verändert sein Verhalten in der Laichzeit im Frühjahr grundlegend. Wenn sich die Gewässer erwärmen suchen die Männchen im ufernahen Flachwasser ein Brutrevier, welches sie heftig gegen eindringende Artgenossen verteidigen. Durch die Veränderungen des Hormonspiegels in dieser Zeit verändert sich auch ihr Aussehen. Die Brust färbt sich rot, der Rücken blaugrün und die Augen funkeln silberfarben. Mit diesem farbenprächtigen Auftreten signalisieren die Männchen den Weibchen die Paarungsbereitschaft. Aus Pflanzen und Algen bauen die Männchen in ihrem Brutrevier ein Nest auf dem Gewässergrund. Dazu verkleben Sie das Nestmaterial mit ihrem Speichelsekret, welches sie in stoßartigen Bewegungen verteilen. Nährt sich nach der Fertigstellung des Nestes ein Weibchen, so lockt das Männchen den Partner durch ruckartige Bewegungen an. Dieser Bewegungsablauf wird auch Zick-Zack-Tanz genannt und soll das Weibchen zum Nest locken um dort ihre Eier abzulegen. Nach der Ablage von ca. 100 Eiern befruchtet das Männchen diese und kümmert sich fortan um die Brutpflege; das Weibchen schwimmt davon. Über mehrere Wochen hin weg beschützt das Männchen das Gelege und die Jungfische vor Fressfeinden. Mit zunehmendem Alter der Jungfische verliert das Männchen seine Färbung bis die Jungen groß genug sind und die Farbe völlig verblasst. Das Balzverhalten der männlichen Stichlinge mit ihren instinktiven Balzbewegungen hat den Stichling zu einem einzigartigen Untersuchungsobjekt für die Verhaltensbiologie gemacht. Die Reiz-Reaktionskette des Laichverhaltens von Männchen und Weibchen ist in vielen Lehrbüchern als Beispiel für ein komplexes angeborenes Verhalten genannt.
Der bevorzugte Lebensraum des Stichlings sind sandige oder schlammige Gewässer. In der Regel bevorzugt der Fisch eher tiefe Gewässerabschnitte, welche er während der Laichzeit verlässt. Im Bodensee ist allerdings eine Population heimisch, welche sich an das Leben im Freiwasser adaptiert hat. Auf dem Speiseplan des Stichlings stehen Kleinkrebse, Würmer und Insektenlarven, aber auch die Brut von anderen Fischen verschmäht er nicht. Die Verbreitung des dreistachligen Stichlings erstreckt sich über ganz Europa. Er ist flächendeckend in den Flüssen, Seen sowie im küstennahen Salz- und Brackwasser Europas, Algeriens sowie in Nordasien und Nordamerikas zu finden. Jedoch gibt es keine Population im Donaudelta.
Der Stichling gilt in Deutschland nicht als gefährdet, allerdings ist die Wanderform des Stichlings regional besonders im norddeutschen Tiefland stark beeinträchtigt. Durch Querverbauungen hat der Fisch keine Möglichkeit seine Lebensräume zu erreichen. Dies spiegelt sich durch den Bestandsrückgang wieder. Das hohe Maß an Anpassungsfähigkeit dieser Fischart führt in manchen Gewässern zu einem regelrechten Massenaufkommen. Daher kann die Bestandsentwicklung des Stichlings als Laich- und Larvenfresser in einem Gewässer wichtige Aussagen über den Rückgang anderer Arten geben.